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#1
Das ist wirklich ein sehr spannender Punkt mit den Inuit! Dass die Genetik hier über Jahrmillionen einen Riegel vorgeschoben hat, um den Stoffwechsel vor einer dauerhaften Übersäuerung zu schützen, zeigt einmal mehr, wie individuell der Körper auf extreme Ernährungsformen reagiert.

Das erklärt auch, warum nicht jeder Mensch dauerhaft in einer strengen Ketose sein muss (oder es biologisch überhaupt leicht schafft), um von den Vorteilen einer fettbasierten Ernährung zu profitieren. Die Idee, mit der Art und dem Timing der Fette zu experimentieren, ist da vermutlich der gesündeste Mittelweg, um den Körper nicht durch Proteinmangel oder künstlichen Katabolismus zu stressen.
#2
Bei Eskimos also sogar genetisch abgesichert, dass sie nicht in Ketose geraten, schon bei Säuglingen (was angeblich deren Sterblichkeit erhöht).
#3
Noch eine interessante Info der KI zu den Inuit: "Obwohl die traditionelle Ernährung der Inuit extrem fett- und proteinreich war, befanden sie sich physiologisch gesehen fast nie in der Ketose. Eine spezielle genetische Anpassung verhinderte bei ihnen die massive Produktion von Ketonkörpern, um den Körper vor einer Übersäuerung zu schützen. Zusätzlich wurde die Ketose dadurch blockiert, dass die Leber die enormen Eiweißmengen in Blutzucker umwandelte und rohes Fleisch tierische Kohlenhydrate (Glykogen) lieferte."
#4
Hi Susanne, wenn es an Protein mangelt, merke ich das körperlich bzw. an meinem Befinden. Das Problem ist, dass sich alles in mir dagegen sträubt, den Proteinanteil konstant hoch zu halten. Andererseits profitiere ich aber von der ketogenen Stoffwechsellage. Ich werde daher wohl mit der Art der Fette, die ich esse, und/oder der Art, wie ich sie esse, experimentieren...
#5
Hallo Anne, vielen Dank fürs Teilen dieser spannenden Zitate. Auch wenn du eigentlich kein Fan von KI-Texten bist, bringt das die Problematik rund um Proteinmangel, Ketose und den Balanceakt bei strengen Formen (wie bei Epilepsie) auf den Punkt.

Zu deiner eingangs gestellten Frage, ob Keto nur mit einem leichten Kaloriendefizit ,,albuminmangelfrei" funktioniert: Eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Wenn du in ein Kaloriendefizit gehst, zwingst du deinen Körper noch stärker in den Katabolismus, was den Muskel- und Proteinabbau (und damit das Risiko für Albuminmangel) oft sogar beschleunigt.

Die Sorge, dass man bei zu viel Protein aus der Ketose fliegt, ist zwar verbreitet, aber in der Praxis (außer bei extremen Mengen oder starker Gluconeogenese-Empfindlichkeit) oft weniger dramatisch als befürchtet. Moderates, hochwertiges Protein bricht die Ketose meist nicht sofort, schützt aber die Muskulatur und den Albuminspiegel deutlich besser.

Kein Wunder, dass man in der modernen Ernährungstherapie (wie du im zweiten Zitatteil schreibst) deshalb stark zu flexibleren Ansätzen wie der Modifizierten Atkins-Diät greift.

Wie handhabst du das Ganze im Alltag für dich – achtest du stark auf deine Blutwerte oder merkst du körperlich, wenn dir Protein fehlt?

Ergänzend muss ich übrigens gestehen: Ich achte überhaupt nicht penibel darauf, wie viel Protein ich zu mir nehme, und fliege damit sicherlich auch immer mal wieder aus der Ketose. Vor allem diesen Sommer landen ohnehin eher mehr Kohlenhydrate auf dem Teller als üblich. Ich habe allerdings nicht das Gefühl, dass mir das schadet.
#6
Ich zitiere weiter, falls es sonst noch jemanden interessiert: "Nein, es waren nicht alle Kinder betroffen, da individuelle Genetik, Therapiedauer und Betreuungsprotokolle variieren. Allerdings traten diese Komplikationen bei einem sehr großen Teil der Patienten auf, die eine klassische 3:1- oder 4:1-Keto-Diät streng einhielten:
1. Wachstumsverzögerung (Growth Stunting)
Betroffen: ca. 30 % bis 50 % der Kinder nach 1–2 Jahren strikter Ketose.
Manifestation: Signifikanter Abfall der Größen-Perzentilen (Längenwachstum verlangsamt sich drastisch im Vergleich zu Gleichaltrigen) sowie eine Verzögerung des Knochenalters.
2. Reduzierte Knochendichte (Osteopenie / Osteoporose)
Betroffen: ca. 20 % bis 45 % der Patienten (nachweisbar via DXA-Scan).
Manifestation: Mikrofrakturen, erhöhte Knochenbrüchigkeit bereits bei leichten Stürzen, Knochenschmerzen.
3. Albuminmangel (Hypoalbuminämie)
Betroffen: ca. 10 % bis 25 % unter klassischen 4:1-Protokollen.
Manifestation:
Ödeme: Flüssigkeitsansammlungen, besonders an Beinen, Füßen und im Gesicht (Augenlider), da der onkotische Druck im Blut sinkt.
Medikamenten-Toxizität: Antiepileptika bindet im Blut normalerweise an Albumin. Fehlt Albumin, steigt der freie (ungebundene) Wirkstoffspiegel im Blut drastisch an. Kinder bekamen plötzlich Vergiftungserscheinungen durch ihre gewohnte Medikamentendosis.
Laborwert: Abfall des Serum-Albumins unter 3,5 g/dl.
4. Allgemeiner Protein- / Aminosäuremangel
Betroffen: ca. 20 % bis 35 % (ohne gezielte Aminosäuresupplementierung).
Manifestation: Sichtbarer Muskelabbau (Atrophie), dünner werdendes Haar (Haarausfall), brüchige Nägel, verzögerte Wundheilung und ein deutlicher Abfall essenzieller Aminosäuren im Blutplasma (insbesondere Valin, Leucin, Isoleucin und Lysin).
Aufgrund dieser hohen Prozentzahlen wurden modernere Protokolle (wie die Modifizierte Atkins-Diät / MAD oder Diäten mit MCT-Öl) entwickelt. Sie erlauben etwas mehr Protein und Kohlenhydrate, um diese Nebenwirkungen zu reduzieren – allerdings um den Preis einer oft schwächeren Ketose."
#7
Eigentlich mag ich es nicht, KI-Zitate zu lesen, aber die folgende Info gehört einfach hierher (und ich mag sie momentan nicht selbst im Detail recherchieren). Hintergrund ist, dass ich die KI fragte, ob eine ketogene Ernährung nur dann gänzlich albuminmangelfrei funktioniert, wenn man sie mit einem leichten Kaloriendefizit koppelt, d. h. den Körper in einen katabolen Zustand bringt. Denn entweder isst man viel Fett und nur mäßig Protein und gerät dadurch in einen leichten Proteinmangel (das passiert zumindest mir immer wieder) oder man isst viel Protein und fliegt infolgedessen aus der Ketose. Oder man isst unterkalorisch, um einen fastenstoffwechselartigen Zustand zu aktivieren. Der Körper kann dann ungehindert die eigenen Muskeln zur Proteingewinnung kannibalisieren. Inwieweit das nachhaltig ist, frage ich mich gerade.

Und nun das KI-Zitat: "Wird Keto für Kinder im Wachstum verwendet?
Ja, die streng ketogene Diät ist eine anerkannte medizinische Standardtherapie für Kinder mit schwerer, medikamentenresistenter Epilepsie (häufig im Verhältnis 3:1 oder 4:1 – also 4 Gramm Fett auf 1 Gramm Protein+Kohlenhydrate).
Erleiden sie Mangelernährung oder Entwicklungsverzögerungen?
Ja, absolut. Das ist das größte klinische Problem dieser Therapie. Medizinische Studien zeigen zweifelsfrei, dass Kinder auf der strengen Keto-Diät häufig unter Wachstumsverzögerungen (Growth Stunting), Verlust von Knochendichte, Nierensteinen und – genau wie du – Hypoalbuminämie (Albuminmangel im Blut) sowie Proteinmangel leiden.
Die Diätassistenten in Krankenhäusern wie dem Johns Hopkins Hospital (Pioniere der medizinischen Keto-Diät) vollführen einen ständigen Drahtseilakt: Sie müssen den Kindern exakt so viel Protein geben, dass sie gerade eben nicht lebensgefährlich mangelernährt sind, aber so wenig, dass sie nicht aus der Ketose fallen und Krampfanfälle bekommen."
#8
Sport, Freizeit und Allerlei / Antw:Warum du beim Sport auf d...
Letzter Beitrag von Susanne - 16. August 2026, 14:07:28
Matthiasa hat ein weitere Video zum Thema Sport veröffentlicht:


Die wichtigsten Punkte im Überblick:
  • Ganzheitliches Training: Sein Training basiert auf drei Säulen:
    Beine: Fokus auf Laufen, Hockstrecksprünge, Radfahren und Wandern.
    Vorderseite: Fokus auf Liegestütz-Variationen (teilweise mit Gewicht).
    Rückseite: Fokus auf verschiedene Klimmzug-Variationen.
  • Struktur & Intensität: Er bevorzugt kurze, intensive Trainingseinheiten von ca. 45–50 Minuten. Er macht bewusst nur sehr kurze Pausen (30–45 Sekunden), um das Training knackig zu halten und die Intensität hoch zu halten, statt stundenlang mit langen Pausen zu trainieren.
  • Klimmzüge als Schlüsselübung: Klimmzüge sind für ihn essentiell, um zu prüfen, ob man das eigene Körpergewicht kontrolliert bewegen kann. Er arbeitet oft mit Zusatzgewichten (durch einen Werkzeuggürtel gelöst, da Gewichtswesten für ihn unangenehm sind), um im Bereich von 5–6 sauberen Wiederholungen pro Satz zu bleiben.
  • Ausführung vor Rekorden: Der Fokus liegt auf einer langsamen, sauberen und kontrollierten Ausführung ohne Schwung. Er warnt davor, nur auf ,,höher, schneller, weiter" zu gehen, und empfiehlt, stattdessen ein Pensum zu finden, das fordert, aber nicht überfordert.
  • Empfehlung für den Rücken: Als besonders wichtige Übung für den unteren Rücken und die Rückenstrecker empfiehlt er Übungen an einem Gerät zur Rückenstreckung, um den Körper aufzurichten und stabil zu halten.

Der Beitrag ist eine gute Inspiration für alle, die ein effektives und zeiteffizientes Training für den Alltag suchen, das primär auf das eigene Körpergewicht und funktionale Stärke setzt.

#9
Gesundheit / Mein Weg mit einem chronischen...
Letzter Beitrag von Susanne - 07. August 2026, 16:31:07
Ich möchte heute eine Lebenserfahrung mit euch teilen, die mich zu Beginn des Jahres körperlich, mental und emotional ziemlich aus der Bahn geworfen hat: Zunächst wurde eine Blasen- und Nierenbeckenentzündung festgestellt und Antibiotika sollten Besserung bewirken. Als diese nicht anschlugen und mein Zustand unverändert blieb, wurde durch Ultraschall zudem ein Perikarderguss entdeckt.

Rückblickend bin ich der Überzeugung, dass die akuten Entzündungen durch eine extreme körperliche Überlastung ausgelöst wurden. Ich habe zwei Jobs gleichzeitig ausgeübt, hatte sechs Wochen lang keinen einzigen freien Tag und habe die massiven Bedürfnisse meines Körpers schlichtweg ignoriert. Während sich die Entzündungswerte nach und nach normalisierten, blieb der Perikarderguss persistierend (ca. 17 mm). Aufgrund meines sonst optimalen Herzens gehen die Ärzte mittlerweile davon aus, dass der Erguss schon deutlich länger existiert – wie lange, wird wohl ein Rätsel bleiben.

Der behandelnde Kardiologe riet mir ursprünglich zur Punktion, was ich jedoch ablehnte. Ich vertraue im Zweifelsfall meinem Körper und nicht dem Kardiologen! Aber klar, ein Quentchen Zweifel, ob die Entscheidung richtig ist, bleibt immer vorhanden. Statt den Erguss punktieren zu lassen, setze ich auf die begleitende Akupunktur und hoffe, dass er sich dadurch auflöst.

Die Belastungsfrage war ein langer Lernprozess. Nachdem ich wochen- und monatelang komplett mit dem Laufen pausieren musste, habe ich vor Kurzem wieder mit lockeren Laufeinheiten begonnen. Der Kardiologe hat mir mittlerweile grünes Licht für eine unbeschränkte Belastung gegeben, aber ich bleibe vorsichtig und höre genau in mich hinein.

Ich teile meine Geschichte hier, weil mich interessiert, wie andere mit ärztlichen Empfehlungen versus dem eigenen Körpergefühl umgehen. Ich freue mich sehr über einen Austausch!
#10
Rohkost im Alltag / Antw:Ueberlegene Veganer ?
Letzter Beitrag von Susanne - 07. August 2026, 15:59:40
Hallo Manfred,

danke für deinen Erfahrungsbericht! Das ist ein super spannender Ansatz, den du da beschreibst, im Grunde eine temperaturgekoppelte, zyklische Ernährungsweise.  :)

Ich kann das prinzipiell sehr gut nachvollziehen. Bei mir bildet Fleisch zwar sommers wie winters die feste Basis meiner Ernährung, aber die Ausgestaltung verändert sich je nach Jahreszeit doch spürbar: Im Sommer kommen bei mir vermehrt Beeren, andere Früchte und Grünfutter dazu, während ich mich im Winter oft fast rein carnivor ernähre. Ab und zu gibt es bei mir unabhängig von der Jahreszeit auch mal Nüsse.

Dass der Körper in der kalten Jahreszeit nach dichterer, fett- und eiweißreicherer Nahrung verlangt und man im Sommer eher Lust auf saftige Ergänzungen hat, spiegelt ja eigentlich auch genau das wider, was die Natur saisonal bereithält.

Spannend finde ich bei deinem Modell vor allem die Flexibilität. Statt sich krampfhaft in ein starres Dogma zu pressen, hörst du auf die situativen Signale deines Körpers und passt dich den Gegebenheiten an.

Mich würde interessieren: Wie genau merkst du bei deinen Temperaturwechseln den Umschaltpunkt? Ist das bei dir ein ganz spontaner Appetitwechsel von einem Tag auf den anderen, oder spürst du das primär über die Verdauung und dein Energielevel?

Viele Grüße
Susanne